Noch ein Milliarden – Euro -Projekt: XXL-Hauptbahnhof

Seit 08.12.2021 hat Hamburg ein weiteres Milliarden Euro Projekt:
Einen XXL-Hauptbahnhof in weiß  !!
Mehr Bahnsteige: No
Mehr Schienen: No
Nur Shopping + Büros + viel Glas

Ein Modell zeigt den Siegerentwurf – Foto gsd

Die aktuelle  Prellbock-Pressemitteilung lesen sie bitte hier

Genau vor 2 Jahren platzte bei der Eröffnung der S/U-Bahnstation Elbbrücken der bisherige parlamentarische Staatssekretär Herr Enak Ferlemann mit seinem Projekt „Ferlemanntunnel“ in die Hamburger Bahn/Schienengeschichte.
Alle rieben sich die Augen und Hamburg hatte ein neues „Master“ Projekt. 3-4 Milliarden € für einen Entlastungstunnel zwischen Hauptbahnhof und Altona.
Was ist in 24 Monaten passiert?
Ein Ingenieurbüro hat jetzt gerade den Auftrag bekommen, eine Machbarkeitsstudie zu fertigen. Mit einer Veröffentlichung ist erst Mitte 2022 zu rechen.
Am 07.12.2021 platzte jetzt der „XXL-Hauptbahnhof“ in die Hamburger Bahn/Schienengeschichte.
Seit Jahren wurde über die Überlastung der 8 Bahnsteigkanten und der S-und-U Bahnanlagen heftig debattiert.
Jetzt kommt der große Wurf eines weißen, gläsernen Anbaus an das Hauptbahnhof-Gebäude.
Aber es wird keinen Bahnsteig, kein Gleis mehr geben!
Nichts!!!! *
Dann sagt auch noch der 1.Bürgermeister Herr Peter Tschentscher in der Mopo vom 07.12.2021:
„Das Reisen im Nah-und Fernverkehr wird zuverlässiger und komfortabler“
Wir fragen unseren Bürgermeister: „Wo?“ –  „Am Gleis 11/12+13/14 ?“ – Morgens in der Rushhour oder am S-Bahngleis 1/2+3/4 ?“
Im Gegenteil: Wenn der viel zu kleine Diebsteich-Bahnhof kommen sollte und der Dammtorbahnhof als Fern-und Regionalbahnhof massiv weniger Zughalte haben wird, werden  gerade aus dem Westen über die S1 und S11 sehr viel mehr Passagiere zum Hauptbahnhof fahren.
Und auch dieses hier: 150-200m weiter nach der geplanten Glashalle kommen zwei riesige leerstehende Komsumtempel: Karstadt Sport und dann das große Kaufhof-Gebäude.
Beide sind über Rolltreppen, Laufbänder sehr guit erreichbar gewesen.
Jetzt sind sie „ausgeweidet“ und geschlossen und eine Spielwiese für Mäuse und andere.
Der nächste Investor plant den weiteren Konsumkick am Besenbinderhof.

 

* Die weißen XXL-Glashallen machen Gedanken an die ehemalige  Neue Heimat frei:
Die wollte doch ein ganzes Stadtviertel am Hauptbahnhof abreißen und eine riesige große weiße Glitzerstadt bauen.
Nicht vergessen!
Die unvergessene Siluette:

1 Kommentar

  1. Straße weg – Platz für Fahrgäste: Endlich wettergeschützt vom Zug zum Bus oder in die neue Wohnungen bzw. Büros, die den Umbau mitfinanzieren. Das ist schon ein gewaltiger Schritt vorwärts. Außerhalb der heutigen Halle neu zu bauen statt jahrelang an der alten Halle rumzubasteln, erspart Reisenden jahrelangen Lärm, Dreck und Staub sowie Behinderungen. Dieser Anbau wird vielen der heutigen halben Million Fahrgäste täglich das Umsteigen erleichtern.

    Bei allem Lob. Dieser Plan zementiert die Enge im Gleisbereich. Die „zweite halbe Million Fahrgäste“ (es sollen ja mindestens doppelt so viele werden) wird so keinen Platz finden. Das ist die Absage an die bisherigen Konzepte wie z.B. den Ferlemann-Tunnel und zeigt den Unsinn, alle Verkehre einer Großstadt auf einen Punkt zu konzentrieren. Hauptbahnhöfe sind Anachronismen aus den Anfängen der Bahnära, in der noch alle Reisenden einer Stadt zusammenkommen mussten, um einen Zug zu füllen. Das Gegenteil ist heute der Fall und so ist dieser Plan auch eine Forderung nach einem Masterplan mit neuen Strecken und neuen Umsteigestationen für die Fahrgastmassen der Zukunft. Lasst uns die Zukunft planen.

    Holger Busche, Hannover

    p.s.: Der Baustil ist für die Fahrgäste unwichtig aber auch Geschmackssache. Neue Bauten wurden oft anfangs abgelehnt. Auch der Eiffelturm sollte ursprünglich wieder verschwinden und nun ist er stolz das Symbol nicht nur einer Stadt, sondern der ganzen „Grande Nation“. Jede Zeit, auch unsere, hinterlässt ihre Bauwerke. Es hilft nicht, nur einer grauen Fassade aus einer Zeit (1906) nachzutrauern, die wahrlich nicht die beste unserer Geschichte war.

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