14.02.2019 – Gemeinsame Pressererklärung von VCD-Nord und Prellbock

Zum Fernbahnhof Altona und Fernbahnhof Diebsteich „Weiterhin ohne fachliche Rechtfertigung“
– Dialog mit Politik eröffnet –

Die vom Oberverwaltungsgericht  Hamburg mehrfach und von VCD Nord und Prellbock Altona vielfach erbetenen „Überlegungen, Prüfungen und Planungsarbeiten“ zur Begründung des Fernbahnhofs Diebsteich wurden von der Deutsche Bahn Netz AG auch zur letzten Fristsetzung 08. Februar 2019 nicht beigebracht.
Es sollen stattdessen bis Ende der Woche die „Vorteile des geplanten  Durchgangs- gegenüber einem Kopfbahnhof“ und  Gründe für „die Entbehrlichkeit einer Verkehrsprognose“ dargelegt werden.
Weitergehende Informationen werden für Ende März 2019  in Aussicht gestellt.

Wir bedauern die Verzögerung im gerichtlichen Verfahren sehr, denn sie behindert dringend notwendige Maßnahmen zur Verbesserung der Bahninfrastruktur und zum Wohnungsbau.

Wir als Prellbock Altona und VCD Nord sehen uns mit der Klage vor dem OVG bestätigt, da die Bahn  auch 14 Monate nach dem Planfeststellungsbeschluss den Beweis nicht antreten will, oder vielleicht nicht antreten kann, dass es für Fahrgäste und den Betrieb mit Diebsteich besser wird.
Damit bleibt sie dem Gericht, den Bahnkunden, der Stadt, und den Steuerzahlern ihr Versprechen weiterhin schuldig, dass Diebsteich mehr Kapazitäten hat (bei nur 60% der Gleise) und besser für die Fahrgäste ist (trotz schlechter Einbindung in das Netz und geringer Nutzungsdichte im direkten Umfeld).
Das Gegenteil scheint eher der Fall. Der Hinweis der „Entbehrlichkeit einer Verkehrsprognose“ kommt einem Offenbarungseid gleich:
>> Die Schiene wird weiter wachsen, denn Hamburg wächst, die Straßen sind dicht, die Luft schlecht, und Elektromobilität findet fast nur bei der Bahn statt.<<
Für eine zukunftsfähige Bahn bedarf es weiterer Kapazitäten gerade in zentralen Bereichen wie Altona, die bei kluger Aufteilung auch hinreichend Fläche für Wohnraum bereitstellen. Und zwar schnell.

Wir begrüßen, dass die Hamburger Politik unter Führung des Finanzsenators jetzt – wenn auch spät, aber nicht zu spät – den Dialog mit dem VCD und der Bürgerinitiative Prellbock e.V. sucht. Nach dem Eröffnungstreffen wurde eine Fortsetzung des Dialogs auch unter Einbindung der DB AG und anderer Behörden zur Überprüfung der Fakten, die dem Diebsteich-Projekt zugrunde liegen vereinbart.

Prellbock Altona und VCD Nord treten für eine Stärkung des Systems Schiene mit deutlichen  Verbesserungen für Fahrgäste und die betriebliche Stabilität ein.
Wir sehen diese Ziele in Form einer umfassend modernisierten und leistungsfähigen Verkehrsdrehscheibe am heutigen zentralen Standort Altona viel leichter und schneller umsetzbar als in der Peripherie am Diebsteich. Dafür benötigen wir breite Mitwirkung und Unterstützung.
Michael Jung (Prellbock Altona e.V.)
Rainer Schneider (VCD-Nord)

 

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