03.12.2018 Presseerklärung zum Thema Hauptbahnhof

03.12.2018 – Presseerklärung von Prellbock-Altona
Kopfbahnhof Altona + Hamburger Hauptbahnhof:

Hier können sie die Presseerklärung heunterladen.

Bürgerschaftsbeschluss am 28.11.2018 ohne Konsequenzen
Die Bürgerinitiative Prellbock-Altona stellt fest:
der Beschluss der Bürgerschaft vom 28.11.2018 für Sofortmaßnahmen zur Überwindung der
Kapazitätsengpässe am Hamburger Hauptbahnhof greift zu kurz.
Der Abriss von ein paar Verkaufsbuden auf Gleis13/14 am Hauptbahnhof und die Errichtung
provisorischer Treppenabgänge von der Steintordammbrücke zu den Gleisen – vielleicht in 2020 –
wird die Kapazitätsengpässe nicht wirklich lösen.
Dazu ist neben dem mit Nachdruck geforderten Bau eines neuen Bahnsteiges an Gleis 9 auch der
Abriss des Weltkriegs 2 Bunkers auf der Cityseite des Hauptbahnhofs erforderlich.
Auf den Fundamenten dieses Bunkers könnten zwei Gleise für die in Hamburg Hauptbahnhof Kopf
machenden Regionalexpresszüge aus Bremen, Lüneburg und Cuxhaven entstehen.
Die Hoffnung, dass der Bau der S4 eine wesentliche Entlastung des Hauptbahnhofes bringt, wird
sich als Trugschluss erweisen.
Zum einen ist nicht mit einer Fertigstellung des ersten Bauabschnittes vor 2027 oder gar später zu
rechnen, zum anderen wird ein Teil der Überlastung nur vom Regionalbahnsteig auf die SBahnsteige
verschoben. Eher wird das Gedränge durch die zu erwartenden Steigerung der
Fahrgastzahlen noch zunehmen.
Fahrplantechnische und organisatorische Maßnahmen zur Kapazitätssteuerung müssen Vorrang
haben
Eine sehr schnell wirkende und nahezu kostenneutrale Maßnahme zur Entlastung des
Hauptbahnhofs wäre Umsteigevorgänge zwischen S- und Regionalbahn zum Fernverkehr wo immer
möglich vom Hauptbahnhof weg zu verlegen.
Dazu Michael Jung, Sprecher der Bürgerinitiative Prellbock-Altona:
„Es ist ein Unding, dass die offizielle Fahrplanauskunft der DB AG, Umstiege, die fahrplantechnisch
und für die Fahrgäste mit kürzeren Wegen verbunden, besser am Dammtorbahnhof oder in Altona
stattfinden könnten, am überlasteten Hauptbahnhof ausgewiesen werden. Ferner müsste dringend
über zusätzliche Halte der Fernverkehrszüge in Harburg und Bergedorf nachgedacht werden, um
Reisende aus diesen Bezirken nicht noch zusätzlich zu vermeidbaren Umwegen über den
Hauptbahnhof zu zwingen.“
Bei besserer Abstimmung der Nahverkehrsaufgabenträger HVV und Nah-SH können auch die aus
Schleswig-Holstein kommenden und dorthin fahrenden Regionalzüge am Hauptbahnhof
durchgebunden werden, z.B. von Kiel über den Hauptbahnhof nach Lübeck und von Wrist nach
Büchen und von Itzehoe nach Bad Oldesloe. Damit würden am Hauptbahnhof unnötige Standzeiten
auf den Gleisen, die Bahnsteigkapazitäten blockieren, vermieden und es könnten sogar mehrere
Zuggarnituren eingespart oder für Angebotsverbesserungen genutzt werden!
In unseren Nachbarländern gibt es hervorragende Beispiele für die Modernisierung und
Kapazitätserweiterung von Bestandbahnhöfen
Bevor ein internationaler Architekturwettbewerb ausgelobt wird, sollten die Hamburger Politiker und
die DB AG sich mal vorbildlich umgebaute Bestandsbahnhöfe in unseren Nachbarländern
Niederlande und Belgien anschauen: Den Haag (Kopfbahnhof), Rotterdam, Utrecht und Arnheim,
Ostende (Kopfbahnhof) und Lüttich.
Dort wurden die Bahnhöfe im Interesse der Fahrgäste umgestaltet und nicht nach den Zwängen von
DB Station&Services zur Erzielung möglichst hoher Renditen aus den Bahnimmobilien.
Geplanter Infrastrukturabbau erhöht Risiko von Verspätungen
Gerade die auch in den nächsten 10 Jahren noch anhaltenden Kapazitätsengpässe am
Hauptbahnhof machen den Kopfbahnhof Altona umso unentbehrlicher, dient er doch
eisenbahnbetrieblich als Puffer, wo auch verspätete eintreffende Fernzüge schnell gewendet und
wieder auf die Reise geschickt werden können.
Der beim – vorerst gestoppten – Diebsteichprojekt von der DB AG geplante Abbau von 63% der
Weichen und Signalanlagen verringert massiv die Flexibilität des Hamburger Eisenbahnnetzes.
Dies führt schon bei geringsten Störungen, weil Rückfallebenen fehlen, zur Erhöhung des
Verspätungsniveaus.
Die Bürgerinitiative Prellbock Altona fordert daher die gesamthafte Betrachtung des Hamburger
Eisenbahnnetzes mit den Kernbahnhöfen Hamburg-Altona und Hamburg Hauptbahnhof unter
Einbeziehung der anderen Regional- und Fernbahnhöfe Dammtor, Harburg und Bergedorf. Die
angeblich in diesem Herbst vorzulegende Überarbeitung der Untersuchung des Eisenbahnknotens
Hamburg muss schnellstmöglich veröffentlicht werden.
03.12.2018
V.i.S.d.P.: M. Jung, Grabbstr. 6 22765 HH
Für Rückfragen: 0170 4708026

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