Mal ganz was anderes: Die Bundesautobahn A23 soll auf 6 Spuren erweitert werden…… starke Autobahn oder starke Schiene

Gegen einen Ausbau der A23 auf 6 Spuren  – Bürgerinitative mit interessanten Infos!
Ein freundlicher Beitrag von Jochen Hilbert

„Die Bundesautobahn aus Hamburg nach Heide soll ziwschen Hamburg und Tornesch auf 16 Km Länge 6 spurig werden“ – NDR vom 01.02.2021″

Sehr geehrte BI-A23 – Interessenten,
es kommen immer noch neue Interessenten dazu und manche Mails bestehen schon aus längeren Briefen.

Gerade habe ich mir einen Filmtipp eines BI-Interessenten angeschaut:
siehe hier
Eine halbe Stunde kompakte Information, die m.E. wesentliche Aspekte einer notwendigen Verkehrswende beleuchtet. Manche Aspekte könnte man auch vertiefen, z.B. die ungeheuer große Dimension an externen Kosten, die der individuelle Autohalter nicht bezahlt, es sind schätzungsweise 1000€ pro EU-Bürger und Jahr. Die Selbstverständlichkeit, mit der die verödenden Automassen öffentlich weitgehend unbekannt subventioniert werden, ist umso verblüffender, je mehr man sich mit ihnen beschäftigt.

Ein anderer BI-Interessent empfahl den diesen Film über die Entwicklung und den Niedergang der Deutschen Bahn:
https://www.youtube.com/watch?v=JHMSVTC2QsI

Eineinhalb Stunden lang schaut man durch die Vernachlässigungs- und Drangsalierungsgeschichte für die Deutsche Bahn von 1947 bis heute, die Eisenbahnfreunde aus Heilbronn zusammengetragen haben.

Das alles hat System und das bekommt man in der Demokratie nur gedreht, wenn sich genügend Bürger dafür einsetzen. Daher:

Vielen Dank, dass Sie sich einsetzen!
Heute haben fünf Leserbriefe in unserem Sinne eine halbe Seite des Pinneberger Tageblatts ausgefüllt.
Die unterschiedlich gefärbten Argumente und Appelle werden nicht ohne Wirkung bleiben, naive bis ahnungslose Kommentare von Entscheidern und Amtsträgern werden vermutlich  mehr als bisher abgewogen und dann vermindert werden. Die Wahrscheinlichkeit wird vergrößert, dass tatsächlich nach nachhaltiger Verbesserung der Mobilität gesucht wird, statt Planung einseitig auf eine veraltete Verkehrspolitik zu fixieren.

Was tun? …fragen die meisten neuen Interessenten.

Wir denken, in Corona-Zeiten kann man sich noch nicht persönlich treffen und kennenlernen. Daher gilt es in dieser Zeit, sich für kommende Diskussionen und öffentliche Interventionen klug zu machen. Mit Literatur zur Verkehrspolitik kann man aber ganze Räume füllen, zumal Verkehr und Raumplanung mit ihren Konzepten zu einem gewünschten Mix an funktionaler Gliederung unmittelbar zusammenhängen.

Der Hauptimpuls der BI-Initiatoren besteht darin, eine angebliche Überlastung der A23 damit zu lösen, dass der Modal-Split verändert wird. D.h. diejenigen, die auch locker mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln unterwegs sein könnten, werden dazu veranlasst, dies auch zu tun. Wir wissen, dass dies deutlich leichter wird, wenn man hochwertige Fahrräder in Radstationen modernisierter Bahnhöfe sicher verwahren und warten lassen und dann ohne große Wartezeiten und Verspätungen einen der häufig getakteten Züge wählen kann. Wer keine günstige Zugverbindung finden kann, der möchte evtl. mit einem Pedelec – gibt es bald auch vierrädrig und mit Wetterschutz sowie zweitem Sitzplatz für Erwachsene – sicher und zügig zu einem 10-15 km weiten Ziel fahren. Die Fahrradwege dafür sind alle schon da, das sind die Flächen auf den Straßen, die heute von Autos dominiert werden, die einen bei Tempo 50 und unverhältnismäßig stark bedrohen, denn Fahrradfahrer haben keine Knautschzone.

Tempo 30 flächendeckend in den Siedlungen wäre daher das Gebot für mehr umweltfreundlichen Verkehr. Utopisch? Kopfschüttelndes „Ausgeschlossen!“  bei allen Verkehrsbehörden und autofördernden politischen Parteien?

Im Nov. 2020 hat das niederländische Parlament beschlossen, dass Tempo 30 künftig Regelgeschwindigkeit in allen Siedlungen sein soll, Tempo 50 kann im Einzelfall möglich sein, muss aber gründlich begründet werden. Bußgeld übrigens bei 20km/h zuviel in der Ortschaft: 194 €.

Die Stadt Freiburg versucht gerade, diese Regelung als „Modellprojekt“ erlaubt zu bekommen. Ich denke schon seit über 40 Jahren: Das muss flächendeckend auch in Deutschland kommen.

Wo kann man so etwas nachlesen?      www.30kmh.de                  www.mobilogisch.de    zum Beispiel..

Wir halten noch ein Auto und fahren ab und zu auch gerne damit. Sollten wir uns dennoch gegen eine A23-Erweiterung einsetzen?

Eine BI-Interessentin meinte dazu: Wer elektrischen Strom nutzen möchte, muss nicht automatisch Freund der Kernenergie-Nutzung mit seinen schädlichen Folgen sein!

Meine Meinung dazu: Jeder wirklich sinnvolle Gebrauch eines Autos sollte nicht kritisiert werden, damit schüttet man das Kind mit dem Bade aus. Darüber hinaus kann man verstehen, dass die strukturelle Gewalt auf den Straßen durch dominierenden Kfz-Verkehr z.B. viele Familien mit kleinen Kindern und dem ganzen Versorgungs-Drumherum ein eigenes Auto geradezu empfiehlt. Je mehr allerdings dann gewohnheitsmäßig für alle Ziele das Lenkrad in die Hand nehmen, desto unrentabler und schwieriger wird die Situation für Träger des ÖPNVs, der dann nur noch die sogenannten „captured riders“ bedient und wegen betriebswirtschaftlichem Defizit immer weiter ausgedünnt wird.

Es gilt, dieses System kumulativer Verursachung bewusst und zielgerichtet zu ändern. Dazu gibt es so viele Beispiele von realisierter „best practice“ in Europa, dass es inzwischen wohl eher an Fachleuten für die Umsetzung vor Ort statt an am Know how fehlt.

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