Auswertung der Veranstaltung vom 27.02.2017 im Kollegiensaal des Altonaer Rathauses

Bürgerinitiative Prellbock Altona

Veranstaltung vom 27.02.2017 im Kollegiensaal des Altonaer Rathauses

 

Podiumsteilnehmer*innen

Siri Keil, Moderation,
Eberhard Happe, Bahndirektor a.D.,
Martin Huber, Leiter Amt für Verkehr,
Frank Arne Limprecht, DB AG,
Michael Jung, Bürgerinitiative Prellbock Altona

  1. Teilnehmer: 200-250 interessierte Bürger. Nach 1 Stunde Podiumsdiskussion hatten alle Anwesenden Gelegenheit, sich in die Diskussion einzuschalten.
  2. Unumstritten war das berechtigte Interesse der Stadt die frei werdenden Bahnflächen für den Wohnungsbau zu nutzen.
  3. Die Notwendigkeit einer Verlegung des Bahnhofs nach Diebsteich stützt sich allein auf die Behauptung der DB AG, ein Kopfbahnhof erfülle nicht mehr die aktuellen verkehrstechnischen Anforderungen der DB und die Festlegung auf Diebsteich wird als Faktum serviert. Dass der Kopfbahnhof Altona eine wichtige Pufferfunktion hat und als Entlastung für den schon jetzt überbelasteten Hauptbahnhof eine zentrale Bedeutung hat, wird rundweg abgestritten…..Wie die Verlegung der Gleise des Fernbahnhofs Altona nach Diebsteich konkret ablaufen soll, wird in keiner Weise nachvollziehbar dargestellt. Final entschieden ist jedoch noch gar nichts.
  4. Hinsichtlich der zu erwartenden Kosten konnten oder wollten weder Bahn noch Politik verbindliche Angaben machen – zu erwarten ist, dass die tatsächlichen Kosten die bis jetzt genannten von € 360 Mio. allein für die Baumaßnahmen der DB AG deutlich überschreiten werden.
  5. Auch sind die rechtliche Fragen wie etwa jene, ob der Anspruch privater Bahnbetreiber auf Aufrechterhaltung des Kopfbahnhofes Altona zu berücksichtigen ist, sind ungeklärt. Die Frage eines verpflichtenden Stilllegungsverfahrens nach § 11 AEG hat die DB AG im Planfeststellungsverfahren nicht untersucht.
  6. Eine mögliche Alternative, wie der bestehende Bahnhof verkehrstechnisch optimiert werden könnte (Verschiebung der Gleisanlagen nach Westen, ausgearbeitet von der Initiative), wird von DB AG – und Politik – nicht in Betracht gezogen. Bahn- und Behördenvertreter zeigten sich an einer Diskussion über diese – deutlich preisgünstigere – Variante nicht interessiert. Sie wurde schlicht für nicht machbar erklärt. Einsicht in einschlägige Unterlagen der Bahn wird weiterhin nicht gewährt.
  7. Unklar ist, wie sich die Stadt – trotz des mittlerweile gesicherten Vorkaufsrechts – in den Besitz der in Rede stehenden Grundstücke setzen will. Bislang haben es „Metro“ und Post abgelehnt, auch nur Teile ihres Areals an Stadt oder Bahn abzutreten. Ferner ist die geplante Auflassung des Friedhofs Diebsteich (konstitutiv für den Ausbau des Bahnhofs Diebsteich) bestenfalls in fernerer Zukunft durchzusetzen. Wie das Planungsziel – Eröffnung des Fernbahnhofs Diebsteich 2025 (?) – zu erreichen sein soll, erschließt sich nicht.
  8. Während die Bahn am Diebsteich lediglich die Illusion eines Fernbahnhofs installieren möchte, gerät die Stadt in die notorischen stadtplanerischen Wallungen. Die Rede ist von einem weiteren neuen Quartier (inklusive zwei für die Gegend absurd hohen Bürotürmen). Abgesehen von der räumlichen Problematik, ist nicht zu erkennen, wie der neue Bahnhof verkehrstechnisch (Busbahnhof, Taxi Parkhäuser Abstellplätze für Fahrräder ) adäquat angebunden werden könnte.
  9. Durch den Druck der Bürgerinitiativen (Prellbock und besonders Langenfelder Signal sieht sich die DB AG zur Aufstellung eines Infocontainers gezwungen – auf dass der vom Baulärm und schweren Behinderungen in den engen Straßen mit schwerem Gerät betroffene Bürger nachlesen kann, warum vor seiner Nase jahrelang gebuddelt wird.
  10. Bei der geplanten Verlegung des Bahnhofs Altona nach Diebsteich geht es nicht um den optimalen Nutzen für den Bürger, sondern darum, ideologisch motivierte Behauptungen der DB (Kopfbahnhof nicht mehr zeitgemäß, angebliche CO2 Verminderung (die aber als Mogelpackung berechnet wurde) über Bande – Förderung des Wohnungsbaus durchzusetzen. Mit aller Macht. Aber ohne Sinn und Verstand.

1 Kommentar

  1. Hatten Sie auch über den Ursprung der Kostenüberlegungen diskutiert?
    Aus Eisenbahnerforen fand ich Zeitungshinweise, dass eine sehr teure neue Stelzenbrückenausfahrt nach Hbf. -als Ersatz für die marode Jetzige- die Suche nach dem preiswerteren Verlegen nach Diebsteich ausgelöst hat.
    Dann kam eine Lawine in Gang….in welcher

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